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Kroatien – eines der schönsten Wassersportreviere der Welt

Kroatien gilt zu Recht als eines der schönsten Wassersportreviere der Welt, mit fast 1800 km Küstenlinie und 1200 vorgelagerten Inseln – manche karg, andere dicht begrünt und nicht einmal 50 sind bewohnt. Dazu kommen unzählige lauschige Buchten mit türkis strahlendem Wasser, sehenswerte Altstädte, spektakuläre Natur – kein Wunder, dass die Tourismus Organisation der Vereinten Nationen Kroatien auf Platz 18 der weltweit beliebtesten Urlaubsziele gesetzt hat. Auch viele deutsche Touristen reisen zum Segeln oder Motorbootfahren an die kroatischen Adriaküste. Sie sollten aber auch wissen, dass dort die wohl schlimmste Wassersportbürokratie in Europa herrscht. Stress und Ärger drohen, wenn Sie nicht Bescheid wissen, aber richtig vorbereitet werden Sie einen Traum-Urlaub erleben.

Kroatien – Vignette für Sportboote vorgeschrieben

Wer mit einem eigenen Boot anreist, muss sein Boot zuerst beim Hafenamt anmelden und eine Sportbootvignette kaufen. Nur nicht-motorisierte Boote von weniger als 3 m Länge und Boote, die an einer Regatta teilnehmen, sind davon ausgenommen. Es reicht aber nicht aus, die Gebühr zu bezahlen; beim Kauf der Vignette müssen vorgelegt werden:

Internationaler Bootsschein des ADAC, DMYV oder DSV oder
Flaggenzertifikat des BSH
– Nachweis einer Bootshaftpflichtversicherung (ab 15 kW)
– Liste aller Personen (ab dem 12. Lebensjahr), die auf dem Boot mitfahren
Sportbootführerschein

Vor der Ausreise muss das Boot beim Hafenamt wieder abgemeldet werden.

Vorschriften gibt es auch zum Tauchen. Schnorcheln ist gestattet, aber mit Tauchgerät dürfen nur die örtlichen Tauchschulen tauchen. Wer privat mit Flasche tauchen will, muss zuvor eine kostenpflichtige Genehmigung einholen und vor Ort mit Flagge A des Internationalen Flaggenalphabets auf Taucher im Wasser hinweisen.

Kroatien – unbedingt eine Meldekarte ausstellen lassen

Beim Hafenkapitän ist unbedingt eine Meldekarte (Potvarda o pivajvi boravista) zu beantragen. Wegen des Arbeitsaufwands "vergessen" manche Hafenämter die Meldekarte. Bei Polizeikontrollen wird ein hohes Bußgeld fällig, wenn die Meldekarte nicht vorgelegt werden kann.

Kroatien – Motorbootfahren nur mit Sportbootführerschein

In Kroatien wird für jedes motorisierte Sportboot ein Sportbootführerschein benötigt – nicht wie in Deutschland erst bei einer Motorisierung von über 15 PS. Sogar für nicht motorisierte Boote von über 2,50 m Länge – Ruderboote, Paddelboote und Surfbretter ausgenommen – wird ein Sportbootführerschein verlangt. Der deutsche Sportbootführerschein See wird in Kroatien akzeptiert. Es muss allerdings „See“ auf dem Sportbootführerschein stehen; darauf wird geachtet. Alte Sportbootführerscheine See, auf denen „Sportbootführerschein Küste“ oder nur „Sportbootführerschein“ steht, oder ein Sportbootführerschein Binnen werden nicht anerkannt.

Vor Ort kann auch ein kroatischer Bootsführerschein erworben werden – nach Zahlung einer entsprechenden Gebühr und Ablegen einer „Prüfung“. Wichtig: Der kroatische Bootsführerschein wird in Deutschland definitiv nicht anerkannt – auch nicht von Versicherungen. Versicherungen verweigern die Erstattung eines Schadens mit Hinweis auf den fehlenden Sportbootführerschein.

Kroatien – besser mit deutschem Sportbootführerschein

Der deutsche Sportbootführerschein See wird nicht nur in Kroatien, sondern weltweit anerkannt, da er das Internationale Zertifikat der Vereinten Nationen enthält. Der Sportbootführerschein kann besonders leicht und preiswert mit einem Online-Kurs erworben werden. Ihr Online-Lehrer ist Rolf Dreyer, der bekannte Lehrbuchautor für Sportbootführerscheine. Aber Bücher oder weitergehendes Lehrmaterial werden für den Online-Kurs nicht benötigt. Die Online-Ausbildung kann jederzeit, beliebig oft und an jedem Ort mit Internetzugang absolviert werden. Mehr dazu >>.

Kroatien – Sportbootführerscheine zum Chartern

Zum Chartern eines Motorboots reicht der Sportbootführerschein See aus. Für Segelboote wird in der Regel ein Führerschein für Segelyachten verlangt, der SKS-Schein. Beachten Sie, dass auch für Charterboote eine Meldekarte benötigt wird. Wenden Sie sich dazu an Ihren Vercharterer. Auf Booten mit einem Funkgerät muss mindestens eine Person an Bord ein Seefunkzeugnis besitzen. Zudem muss eine Funkbetriebsgenehmigung mitgeführt werden (kroatische Frequenzzuteilungsurkunde).

Kroatien hat zum Schutz seiner Charterbetriebe verfügt, dass die kroatischen Häfen, Buchten und inneren Gewässer nur mit Charterbooten unter kroatischer Flagge befahren werden dürfen. Es ist also nicht gestattet, mit einer Charteryacht unter deutscher oder italienischer Flagge nach Kroatien einzulaufen.

Kroatien – vorgeschriebene Ausrüstung für Sportboote

Kroatien hat keine eigenen Ausrüstungsvorschriften für Sportboote erlassen. Es müssen die im Heimatland geltenden Bestimmungen erfüllt werden. Wer vor Anker liegen möchte, sollte mit plötzlich auftretendem Wind rechnen und über einen schweren Anker – möglichst mit Ankerkette – verfügen. In manchen Häfen sind nur wenige Poller oder Festmacheringe vorhanden. Um ein Boot hier festzumachen, werden lange Festmacheleinen benötigt.

Kroatien – Fahr- und Verhaltensvorschriften

Motor- und Segelboote müssen einen Mindestabstand von 50 m zum Ufer einhalten. Wer mit einem Motorboot von oder zu einem Ufer fährt, muss mit geringer Geschwindigkeit und auf direktem Weg (rechtwinklig zur Uferline) im 50-m-Streifen laufen. Auch zu Berufsschiffen in Fahrt muss ein Abstand von mindestens 50 m gehalten werden. Bei Badebetrieb muss ein Mindestabstand von 150 m zum Ufer eingehalten werden. Rennboote, Jetski, Boote mit Jetantrieb und Luftkissenboote müssen mindestens 250 m Abstand zum Ufer halten. Ruder-, Paddelboote, kleine Segelboote und Surfbretter dürfen nur in bis zu 500 m Abstand von der Küste fahren. Auf Booten bis zu 2,50 m Länge dürfen sich höchstens zwei Personen aufhalten. Schwimmer dürfen sich nur bis zu 100 m weit vom Ufer entfernen. In Häfen ist das Baden verboten.

Kroatien – Navigation zwischen den Inseln

Laufen Sie niemals ohne Seekarten aus, es gibt zu viele Gefahrenstellen. Die Sportbootkarten aus dem Delius Klasing Verlag sind preiswert, übersichtlich und einfach zu lesen; sie enthalten ein Heft mit Revierinformationen, Hafenplänen, Fotos und Informationen zu den Häfen. Schauen Sie sich vor dem Auslaufen sorgfältig an, ob Flachstellen oder Felsen auf der vorgesehenen Strecke lauern; prüfen Sie gegebenenfalls auch, ob Ihr Boot unter den Brücken hindurch passt. Es macht viel Spaß zwischen den Inseln hindurchzufahren. Nicht selten liegen zwei Inseln etwas versetzt so dicht hintereinander, dass die Durchfahrt erst ziemlich spät zu erkennen ist.

Sport- und Freizeitfischerei

Sport- und Freizeitfischerei sind in Kroatien genehmigungspflichtig. Eine Fischereigenehmigung kann in Sportfischereivereinen gekauft werden. Unterwasserfischerei ist nur mit Genehmigung und nur auf See erlaubt. Thunfisch, Schwertfisch und langschnäuziger Speerfisch darf nur mit Sondergenehmigung gefangen werden.

Kroatien – an Bord übernachten

Die Nacht an Bord kann man im Hafen verbringen oder in der freien Natur. Bei Häfen hat man die Auswahl zwischen etwa 50 modernen Marinas und Stadthäfen. Marinas bieten zumeist mehr Komfort als Stadthäfen, aber dafür auch weniger Atmosphäre. Bringen Sie die Hafengebühr immer selbst zum Hafenmeister, warten Sie nicht, bis an Bord kassiert wird. Das kann 40% mehr kosten. Selbst bei kurzem Anlegen wird eine Liegegebühr fällig und wer länger als zwei Stunden bleibt, muss zumeist den vollen Tagessatz bezahlen. Zusätzlich zur Hafengebühr muss für jede Person an Bord die Kurtaxe entrichtet werden.

In der freien Natur bieten sich Bojenfelder oder eigenes Ankergeschirr an. Auch das Liegen an Bojen – und mancherorts sogar vor dem eigenen Anker – ist kostenpflichtig. Hier kommen kleine Boote längsseits, um zu kassieren. Sie müssen nicht nur die Liegegebühr kassieren, sondern sind auch verpflichtet, gedruckte Quittungen auszustellen und den in Tüten verpackten Bordmüll abzutransportieren. Sobald das Schiff an einer Boje (Mooring) festgemacht ist, sollte mit einem kleinen Tauchgang das Grundgeschirr inspiziert werden. Manchmal ist die Grundleine an einem umgekippten Betonklotz schon zur Hälfte durchgescheuert, ein anderes Mal macht das ganze Grundgeschirr einen wenig Vertrauen erweckenden Eindruck – wer Wert auf eine ungestörte Nachtruhe legt, wechselt dann besser zu einer anderen Boje. Übrigens wird der Festmacher nicht oben durch die Boje geführt, sondern durch einen Metallring unten. Das Schiff sollte nicht an der Boje hängen, sondern direkt am Grundgeschirr.

Schutz der Meeresumwelt

Es ist verboten, im Meer und an der Meeresküste öliges Wasser, Fäkalien und
Plastik-, Metall-, Glas- und anderen festen oder flüssigen Abfall wegzuwerfen,
abzulagern oder abzulassen, der die Umwelt verschmutzt. Es ist verboten, Werke aus archäologischen Fundstätten und historischen Ruinen zu beschädigen, zu vernichten, zu entfernen und zu entwenden. Zünden Sie an Land kein Feuer an und werfen Sie keine Zigarettenstummel oder brennbaren Gegenstände in die Umwelt! Für geschützte Meeresgebiete (Nationalparks und Naturparks) gelten besondere Ordnungs- und Verhaltensvorschriften.

Kroatien – Vorsicht bei Gefahr von Bora und Nevera

Laufen Sie keinesfalls aus, wenn Bora oder Nevera angekündigt wird. Dann drohen Böen von Orkanstärke. Selbst in Häfen, vor Anker und an Mooringbojen können Schiffe beschädigt werden.

Die sommerliche Bora ist ein Fallwind aus den Bergen. Sie fällt schlagartig ein, zumeist ohne Vorwarnung und weht überall dort besonders heftig, wo Berge oder Schneisen nahe an der Küste liegen. Bekannte Einfallspforten liegen bei Triest, an der Ostküste Istriens, bei Senj, Šibenik, Split, Ploce und bei Kotor. Berüchtigt ist die Bora im Velebit-Kanal. Aber auch im Bereich des Kvarners und um Pelješac und Dubrovnik herum kann die Bora Sturmstärke erreichen. Wenn an Bergen nur flache Büsche, aber keine höheren Bäume wachsen, ist das ein sicheres Anzeichen für häufige Bora. Mal ist die Bora nur eine plötzliche, schwere Böe, mal weht sie ein bis zwei Tage lang. Sobald Sie Wolken an Berggipfeln beobachten, sollten Sie schnellstens einen sicheren Hafen ansteuern, aber gelegentlich kommt die Bora auch ohne Wolkenkränze und manchmal bleibt sie auch trotz der Wolkenmauern aus. Wer einmal erlebt hat, wie die Bora aus den Bergen auf das Wasser kracht und Gischt aufspritzen lässt, wird das sein Leben lang nicht mehr vergessen. Je größer die Entfernung von der Küste, desto schwächer die Böen.

Ab Juni, wenn das Wasser langsam seine sommerlichen Temperaturen erreicht, muss auch mit Nevera gerechnet werden. Nevera ist im Frühsommer zumeist ein kurzes Gewitter mit Starkregen und Böen aus schnell wechselnden Richtungen. Im Spätsommer kann eine Nevera im schlimmsten Fall wie ein Tornado mit vollen Orkanböen über das Wasser ziehen und auf einer relativ schmalen (einige hundert Meter) Bahn schwerste Zerstörungen anrichten. Die Nevera dauert typischerweise 15 bis 45 Minuten lang. Anzeichen für eine Nevera sind totale Ruhe nach anfangs schwachem Wind, erst Blitze und dann Donner – immer aus Westen, von wo danach das Unwetter hereinbricht.

Kroatien – Wetterbericht vor dem Auslaufen besorgen

Besorgen Sie sich vor dem Auslaufen daher immer den aktuellen Wetterbericht; er hängt in den meisten Marinas und Hafenmeistereien sogar auf Deutsch aus. Vielerorts ist auch ein öffentliches WLAN verfügbar, sodass Sie mit einem mobilen Internetzugang selbst den Seewetterbericht für die kroatische Adria aufrufen können. Wenn Ihr Boot mit einem UKW-Funkgerät ausgestattet ist, so können Sie die aktuellen Wettermeldungen der kroatischen Küstenfunkstellen auf See empfangen – von den Hafenämtern Pula, Rijeka, Šibenik, Split und Dubrovnik sogar in deutscher Sprache (Kanäle 67, 69 oder 73). Leider gibt es einige Abschattungen mit gestörtem Empfang.

Kroatien – Windinformationen für Segler

Im Sommer weht der Wind in der Adria überwiegend schwach – bis zu Stärke 3 in 80% aller Beobachtungen. In Küstennähe wird der Wind jedoch vor allem durch lokale Effekte stärker beeinflusst. So setzt bei störungsfreien Hochdrucklagen täglich zum frühen Mittag der Maestral ein, der typische Seewind, der durch die Erwärmung des Landes hervorgerufen wird, zumeist aus Nordwesten kommt und bis zum Abend immer stärker auffrischt. Der Maestral wechselt durch lokale Effekte seine Richtung und er weht in der südlichen Adria stärker als im Norden.

Sobald das Wasser im Sommer ausreichend aufgewärmt ist, setzt bei Nacht leichter Landwind ein. Mit dem Morgengrauen erreicht er seine größte Stärke und normalerweise wird er auch nicht so stark wie der Seewind. Rauscht der Landwind jedoch einen Berg abwärts direkt aufs Wasser, dann kann er – besonders im Spätsommer – stärker als der Seewind werden. Das ist beim nächtlichen Ankern zu berücksichtigen. Weil der Wind in der Nacht drehen und erheblich zunehmen kann, sollte stets auf ausreichend Raum zum Schwojen geachtet werden. Bleiben der Maestral und der nächtliche Landwind aus, so sollte dies als Hinweis auf eine Störung angesehen werden.

Im Frühsommer oder im Herbst setzt nun vielleicht der Jugo ein, der vor Nordafrika Scirocco genannt wird und am Saharastaub zu erkennen ist. Der Jugo kündigt sich mit einer Wolkenwand im Süden an; der Himmel bedeckt sich langsam und es wird schwül. Schließlich setzt feucht-warmer Südostwind ein, der schnell zunimmt und wegen der langen Anlaufstrecke ansehnliche Wellen auftürmen kann. Man sollte wissen, dass der Jugo (Südostwind) binnen weniger Minuten seine Richtung ändern und sich in eine heftige Bora (Nordostwind) verwandeln kann. Der Jugo tritt in der Südadria häufiger auf als im nördlichen Teil; zudem weht er im Süden länger und stärker.

Sportbootführerschein für Kroatien – wo erwerben?

Mit einem Sportbootführerschein erfüllen Sie nicht nur die gesetzlichen Vorschriften. Durch eine gute Ausbildung wie im Online-Kurs lernen Sie auch sehr viel über den Yacht- und Bootsport, sodass Sie nicht in Gefahr geraten und Ihren Urlaub richtig genießen können. Ihre Prüfung können Sie bei einem Prüfungsausschuss in Rostock, Kiel, Aurich, Hamburg, Lübeck, Bremen, Braunschweig, Hannover, Kassel, Berlin, Potsdam, Dresden, Leipzig, Halle, Magdeburg, Chemnitz, Krefeld, Mönchengladbach, Düsseldorf, Aachen, Wiesbaden und München ablegen. Aber auch in den Großräumen Köln, Bonn, Frankfurt, Mannheim/Ludwigshafen, Saarbrücken, Mainz, Darmstadt, Koblenz, Stuttgart in Essen, Bochum, Dortmund, Wuppertal, Osnabrück, Münster, Hamm, Gelsenkirchen, Oberhausen, Duisburg, Ingolstadt, Augsburg, Freiburg, Karlsruhe oder Nürnberg/Fürth und an manchen anderen Orten finden Sportbootführerschein-Prüfungen statt. Klicken Sie auf die roten Schaltflächen, um nähere Informationen zu erhalten. Oder wollen Sie zum Wassersport nach Holland bzw. in die Niederlande?

Sportbootführerschein für Kroatien – noch Fragen offen?

Rechts und links am Seitenanfang finden Sie viele weitere Informationen. Wenn Sie eine Frage haben, dann schauen Sie doch einfach mal in die FAQ. Und natürlich können Sie Rolf Dreyer jederzeit anrufen: 0160-840 4538. Wenn Sie zuerst noch mehr lesen wollen, so klicken Sie bitte hier.

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