Verhalten bei Sturm auf See
Wer regelmäßig Seewetterberichte abruft und nur Tagesfahrten unternimmt, wird nicht in einen Sturm geraten. Wer jedoch ein großes Seegebiet überqueren möchte und tagelang auf See ist, muss auch mit Sturm rechnen.
Verschlusszustand herstellen
Die Grundregel der Schifffahrt in schwerer See: Verschlusszustand herstellen! Das Schiff muss pottendicht gemacht werden.
Vorbereitungen
Wenn ein Sturm aufzieht und kein Schutzhafen mehr erreicht werden kann, muss das Boot vorbereitet werden:
– alle losen Teile an Deck sichern,
– Luken, Öffnungen und Seeventile verschließen,
– ein Beiboot im Schlepp an Deck holen,
– Navigationslichter (auch bei Tage) einschalten,
– Leinen oder ein Treibanker zum Nachschleppen bereithalten,
– Sturmkleidung anziehen und Rettungswesten anlegen,
– keinen Alkohol trinken.
Segelyachten
Auf Segelyachten:
– Sturmbesegelung (Trysegel, Sturmfock) anschlagen,
– Beiliegen (mit kleiner Besegelung ruhig abwettern),
– Lenzen vor Topp und Takel (ohne Segel ablaufen, dabei Leinen oder Treibanker nachschleppen, damit das Heck im Wind bleibt und die Yacht nicht querschlägt),
– Liegen vor Treibanker,
– aktives Segeln mit Sturmbesegelung (nur bei Regatten ).
Motoryachten
Auf Motoryachten dürfen die Wellen keinesfalls von der Seite kommen. Große oder auch kleinere brechende Wellen würden ein Motorboot, das hat ja keinen tiefen Kiel hat, durchkentern lassen. Das würde niemand an Bord überleben. Solange die Wellen nicht besonders hoch sind, kann man auch gegen die Wellen anlaufen. Ist dies nicht mehr möglich, so muss man mit den Wellen fahren. Eine lange Leine, die nach achtern ausgebracht wird, bremst und hält das Heck im Wind, sodass das Boot nicht querschlägt und die Seen von der Seite kommen.
Wichtig ist, den Sturm möglichst auf offener See in tiefem Wasser abzuwettern und flache Gewässer, Legerwall-Situationen sowie die Nähe zu Küsten oder Kaps zu meiden. Wo die Wassertiefe abnimmt, können besonders gefährliche Brecher entstehen.
Die See ist der Feind
Nicht der stürmische Wind ist gefährlich, sondern die See. Meterhohe Wellen oder brechende Wellen in jeder Höhe können ein Boot umwerfen. Seeschlag kann schwerste Schäden anrichten.

Die Antwort wurde zunächst mittels KI aus der neuesten Auflage des Buches Sportküstenschifferschein + Sportbootführerschein See erstellt und danach von Rolf Dreyer überarbeitet.