Was ist ein offener Sprachanruf?
Mit einem offenen Sprachanruf wird eine Sprechfunkverbindung aufgebaut.
Arbeitskanal festlegen
Dazu sucht die rufende Funkstelle zunächst einen Arbeitskanal aus und prüft, ob dieser frei ist. Das geschieht mit der Rauschsperre (SQL).
Anruf auf Kanal 16
Dann spricht sie auf Kanal 16 höchstens drei Mal den Namen der gerufenen Funkstelle – falls bekannt wird nun einmal das Rufzeichen genannt –, dann die Worte „Hier ist“ und höchstens drei Mal den eigenen Namen, gefolgt vom eigenen Rufzeichen und nennt zuletzt den ausgewählten Kanal.
Beispiel
Eine Yacht namens Tina will eine andere Yacht namens Pinta anrufen.
Pinta Pinta Pinta
Hier ist
Tina Tina Tina/DE9247
Bitte Kanal 69
Over
Pinta antwortet:
Tina
Hier ist
Pinta
Ich höre auf Kanal 69.
Over
Beide Schiffe schalten nun auf Kanal 69 um:
Pinta
Hier ist
Tina
Moin, moin, wie geht's?
Over
Anruf auf einem Arbeitskanal
Um Kanal 16 möglichst wenig zu belasten, wird empfohlen, einen offenen Sprachanruf auf einem Arbeitskanal zu machen. Eine Funkstelle, die den Anruf einer anderen Funkstelle erwartet, aber nicht weiß, auf welchem Arbeitskanal –zum Beispiel als Sportboot auf Kanal 69 oder 72 – angerufen wird, kann mithilfe der SCAN/TAG-Funktion die betreffenden Kanäle scannen.
Versprecher
Ein Versprecher sollte mit dem Wort Correction korrigiert werden.
Kein digitaler Selektivruf
Nahezu alle Anrufe erfolgen im offenen Sprachanruf. Der digitale Selektivruf, DSC wird in der Praxis nur selten genutzt.
Binnenschifffahrtsfunk
Im Binnenschifffahrtsfunk wird dem Schiffsnamen die Schiffsart vorangestellt. Außerdem soll immer die Fahrtrichtung des Schiffes (zu Berg oder zu Tal) angegeben werden.
UBI-Prüfung
In UBI-Prüfungen soll darüber hinaus „This is“ statt „Hier ist“ und „All Stations“ statt „An alle Funkstellen“ gesagt werden.
Die Antwort wurde zunächst mittels KI aus der neuesten Auflage des Buches UKW-Funkbetriebszeugnis (SRC) mit Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk (UBI) erstellt und danach von Rolf Dreyer überarbeitet.