{"id":43,"date":"2008-04-18T14:38:17","date_gmt":"2008-04-18T13:38:17","guid":{"rendered":"http:\/\/sportbootfuehrerschein.de\/blog\/2008\/04\/18\/attacken-auf-gps-%e2%80%93-gps-jamming\/"},"modified":"2008-05-02T08:50:25","modified_gmt":"2008-05-02T07:50:25","slug":"attacken-auf-gps-%e2%80%93-gps-jamming","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sportbootfuehrerschein.de\/blog\/2008\/04\/18\/attacken-auf-gps-%e2%80%93-gps-jamming\/","title":{"rendered":"Attacken auf GPS \u2013 GPS Jamming"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left\">Die weite Verbreitung und die hohe Genauigkeit machen uns immer abh\u00e4ngiger vom amerikanischen Satelliten-Navigationssystem GPS. Satelliten-Navigation wird l\u00e4ngst nicht mehr nur im Land-, Luft- und Seeverkehr eingesetzt, so st\u00fctzt sich zum Beispiel auch die Stromverteilung in Deutschland entscheidend auf GPS.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Daher muss auch mit Attacken auf GPS gerechnet werden. Mit relativ einfachen technischen Mitteln l\u00e4sst sich der Empfang von GPS in Gebieten bis zu mehreren Hundert Kilometern Gr\u00f6\u00dfe st\u00f6ren oder unterbinden. Das ist bekannt; dar\u00fcber berichte ich auch in meinem <a href=\"http:\/\/www.rolfdreyer.de\/rolf_dreyer\/lehrbuchautor\/sportkuestenschifferschein_sbs.html\" title=\"Rolf Dreyer: Sportkuestenschifferschein + Sportbootfuehrerschein See\" target=\"_blank\">Buch Sportk\u00fcstenschifferschein + Sportbootf\u00fchrerschein See<\/a>. 1997 wurde angeblich auf einer Luftfahrtschau in Moskau ein GPS-St\u00f6rsender zum Preis von 3500 US-Dollar angeboten. Im Internet sollen technische Bauanleitungen verf\u00fcgbar sein; die ben\u00f6tigten Teile kosten wohl nur etwa 500,- \u20ac. <\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Als im Jahr 2003 weitr\u00e4umig der Strom in den USA, in Skandinavien und Italien ausfiel, wurde die Ursache zun\u00e4chst in einer GPS-St\u00f6rung vermutet, doch das erwies sich als Irrtum. Es war vermutlich der Sonnenwind (siehe unten). GPS-St\u00f6rungen \u2013 gleich welcher Ursache \u2013 bezeichnet man als <span class=\"Apple-style-span\" style=\"font-weight: bold\">GPS-Jamming<\/span>. <\/p>\n<h6 style=\"text-align: left\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"color: #999999; font-size: 12px; font-weight: normal\">Alternativen zu GPS<\/span><\/h6>\n<p style=\"text-align: left\">Viele Staaten wollen vom amerikanischen GPS unabh\u00e4ngig werden. Die EU-Verkehrminister hatten bereits am 26.2.2002 beschlossen, ein eigenes Satelliten-Navigationssystem, <span class=\"Apple-style-span\" style=\"font-weight: bold\">Galileo<\/span>, aufzubauen. Wegen Problemen bei der Finanzierung musste der Starttermin mehrmals verschoben werden. Erst am 23.4.2008 hat das EU-Parlament die Finanzierung bewilligt. Jetzt ist von 2013 die Rede, doch der Start von Galileo kann auch auf 2014 verschoben werden. <\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Auch China sollte damals mit ins Boot kommen. Doch weil die EU den Chinesen keinen uneingeschr\u00e4nkten Zugriff gew\u00e4hren wollte, lehnten sie ab und bauten ihr eigenes Satelliten-Navigationssystem auf: <span class=\"Apple-style-span\" style=\"font-weight: bold\">Beidou<\/span>. Beidou arbeitet wie GPS mit 30 umlaufenden Satelliten und setzt zudem noch 5 geostation\u00e4re Satelliten ein. Beidou l\u00e4uft in einigen Teilen Chinas bereits. Zur Olympiade soll es in ganz China verf\u00fcgbar sein; f\u00fcr 2010 ist die volle Betriebsbereitschaft vorgesehen. <\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Dagegen gab es mit dem russischen Satelliten-Navigationssystem <span class=\"Apple-style-span\" style=\"font-weight: bold\">Glonass<\/span> von Anfang an Probleme. Sie sind auch bis heute nicht behoben \u2013 obwohl Pr\u00e4sident Putin dies mehrfach \u00f6ffentlich angeordnet hatte. <\/p>\n<h6 style=\"text-align: left\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"color: #999999; font-size: 12px; font-weight: normal\">Terrestrische Navigationssysteme in der Schifffahrt<\/span><\/h6>\n<p style=\"text-align: left\">Im Seeverkehr wurden terrestrische (landgest\u00fctzte) Navigationssysteme schon lange vor GPS eingesetzt. Weltweit verbreitet ist <span class=\"Apple-style-span\" style=\"font-weight: bold\">Loran<\/span> (Long Range Navigation). Das nordeurop\u00e4ische Loran-C (NELS) besitzt eine zu GPS vergleichbare Genauigkeit. Es sollte eigentlich schon zum 31.12.2005 abgeschaltet werden, doch dann besann man sich (auch in anderen Staaten) darauf, Loran f\u00fcr den Fall von GPS-St\u00f6rungen weiter zu betreiben. <\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Loran ist inzwischen mit GPS synchronisiert. Loran-Signale k\u00f6nnen von bestimmten GPS-Ger\u00e4ten genauso wie Satelliten-Signale empfangen werden. Bei einem Ausfall von GPS macht Loran weiter und umgekehrt. Und St\u00f6rungen, welche die Positionsgenauigkeit eines Systems herabsetzen, werden vom anderen System erkannt und gemeldet. An der Entwicklung der daf\u00fcr notwendigen Technik war Deutschland stark beteiligt. <\/p>\n<h6 style=\"text-align: left\"><span style=\"color: #999999; font-size: 12px; font-weight: normal\" class=\"Apple-style-span\">Nat\u00fcrliche St\u00f6rungen der Satelliten-Navigation<\/span><\/h6>\n<p style=\"text-align: left\">Nicht nur technische St\u00f6rungen oder terroristische Attacken bedrohen die Satelliten-Navigation, auch der <span class=\"Apple-style-span\" style=\"font-weight: bold\">Sonnenwind<\/span> kann GPS au\u00dfer Kraft setzen. Sonnenwind ist ein Schauer elektrisch geladener Teilchen, den die Sonne best\u00e4ndig abbl\u00e4st. Seine St\u00e4rke schwankt mit einer Periode von elf Jahren. 2007 herrschte Flaute; f\u00fcr 2012 muss mit Sturm gerechnet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Die St\u00e4rke des Sonnenwindes ist an der Anzahl und Gr\u00f6\u00dfe der Sonnenflecken erkennbar. 2007 war die Sonne nahezu fleckenfrei; sechs Jahren zuvor waren etwa 2,5 % der Sonnenoberfl\u00e4che mit dunklen Flecken bedeckt gewesen. Im Herbst 2001 spielte GPS pl\u00f6tzlich verr\u00fcckt und zeigte falsche Positionen an. Auch der Satellitenfunk des weltweiten Seenotfunksystems GMDSS brach f\u00fcr 40 Minuten zusammen. Im Jahr 2008 nehmen die Sonnenflecken wieder in Anzahl und Gr\u00f6\u00dfe zu; am 4. Januar 2008 wurde der erste Sonnenflecken beobachtet. Er l\u00e4utete den 24. Zyklus ein. F\u00fcr 2012\/2013 wird \u2013 wie gesagt \u2013 wieder ein H\u00f6hepunkt der Sonnenaktivit\u00e4t erwartet. Aber bis heute ist die Wissenschaft nicht in der Lage, die Flecken und die genaue St\u00e4rke des Sonnenwindes pr\u00e4zise vorherzusagen, sodass auch vor St\u00f6rungen nicht gewarnt werden kann. <\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Es war \u00fcbrigens <span class=\"Apple-style-span\" style=\"font-weight: bold\">Galileo<\/span>, der als Erster die Sonnenflecken beobachtet hat. Doch ich glaube nicht, dass die EU deswegen ihr Satelliten-Navigationssystem Galileo genannt hat. Galileo kannte den Sonnenwind noch nicht. Aber Galileo kartografierte die Flecken und wies damit nach, dass sogar die Sonne selbst rotiert \u2013 und auch das wurde damals als Ungeheuerlichkeit angesehen. <\/p>\n<h6 style=\"text-align: left\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"color: #999999; font-size: 12px; font-weight: normal\">Klassische Navigation mit Papierseekarten<\/span><\/h6>\n<p style=\"text-align: left\">Jede Technik kann ausfallen und im feuchten, rauen Bordbetrieb ist die Elektrik besonders gef\u00e4hrdet. Eine typische Schwachstelle ist die Verkabelung der GPS-Antenne. Der Gesetzgeber verlangt daher von der Sportschifffahrt, dass sie nicht allein elektronisch navigiert, sondern stets aktuelle Papierseekarten an Bord hat. Aber wer nicht regelm\u00e4\u00dfig die klassische Navigation mit Papierseekarten betreibt, kann bei Ausfall der Elektronik trotzdem auf dem Schlauch stehen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die weite Verbreitung und die hohe Genauigkeit machen uns immer abh\u00e4ngiger vom amerikanischen Satelliten-Navigationssystem GPS. Satelliten-Navigation wird l\u00e4ngst nicht mehr nur im Land-, Luft- und Seeverkehr eingesetzt, so st\u00fctzt sich zum Beispiel auch die Stromverteilung in Deutschland entscheidend auf GPS. Daher muss auch mit Attacken auf GPS gerechnet werden. 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