{"id":32,"date":"2008-02-15T11:27:52","date_gmt":"2008-02-15T10:27:52","guid":{"rendered":"http:\/\/sportbootfuehrerschein.de\/blog\/?p=32"},"modified":"2008-02-15T14:01:47","modified_gmt":"2008-02-15T13:01:47","slug":"bergung-oder-schlepphilfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sportbootfuehrerschein.de\/blog\/2008\/02\/15\/bergung-oder-schlepphilfe\/","title":{"rendered":"Bergung oder Schlepphilfe"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left\">Ein enges Fahrwasser, gleich dahinter ein Flach, eine kleine Unaufmerksamkeit \u2013 und schon ist es passiert: Man sitzt auf Grund. Kein gro\u00dfes Thema, die n\u00e4chste Yacht mit starker Maschine zieht das Boot wieder in tiefes Wasser. Zum Dank ein paar nette Worte und wenn man sich im n\u00e4chsten Hafen wiedersieht, spendiert man ein Bier oder Kindern ein Eis. <\/p>\n<h6 style=\"text-align: left\"><span style=\"color: #999999; font-size: 12px; font-weight: normal\" class=\"Apple-style-span\">Bergehaie <\/span><\/h6>\n<p style=\"text-align: left\">Manchmal l\u00e4uft es aber auch ganz anders: Schneller als jeder andere kommt ein freundliches Fischerboot hinzu. Leute, die sonst kaum gr\u00fc\u00dfen, verhalten sich pl\u00f6tzlich \u00e4u\u00dferst zuvorkommend, warnen vor gr\u00f6\u00dferen Folgesch\u00e4den und begr\u00fcnden so die sofortige Hilfe. Wichtigtuerisch springt ein fremdes Besatzungsmitglied an Bord, eine Trosse in der Hand, die fachkundig festgemacht wird. Wegen der besseren Abstimmung mit dem Schlepper \u00fcbernimmt der Fremde auch das Ruder. Und weil man gerade am Haken h\u00e4ngt, wird das Sportboot gleich bis in den Hafen geschleppt. <\/p>\n<h6 style=\"text-align: left\"><span style=\"color: #999999; font-size: 12px; font-weight: normal\" class=\"Apple-style-span\">Das dicke Ende <\/span><\/h6>\n<p style=\"text-align: left\">Dort erwartet die ahnungslose Crew das dicke Ende. Denn aus einer kleinen Dienstleistung wurde eine astreine Bergung konstruiert. Das Sportboot war pl\u00f6tzlich gestrandet, die Crew auch zu kleinsten Eigenleistungen nicht mehr f\u00e4hig und die erfolgreiche Bergung ausschlie\u00dflich von fremder Hand durchgef\u00fchrt. Der Bergelohn ist rechtlich international festgelegt; auch f\u00fcr eine halbe Stunde Arbeit kann ein Drittel des Schiffswerts verlangt werden. Zahlt die geneppte Crew nicht, legt die Hafenpolizei das Schiff an die Kette. Zwar selten, aber m\u00f6glich \u2013 genau so ein Fall ist in Holland passiert.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: left\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"color: #999999; font-size: 12px; font-weight: normal\">Bergung, Bergelohn <\/span><\/h6>\n<p style=\"text-align: left\"><span style=\"font-weight: bold\" class=\"Apple-style-span\">Bergung<\/span> hei\u00dft, dass ein in Not befindliches Schiff oder seine Ladung in Sicherheit gebracht wird, nachdem die Besatzung die Verf\u00fcgungsgewalt dar\u00fcber verloren oder das Schiff aufgegeben hat. <span style=\"font-weight: bold\" class=\"Apple-style-span\">Bergelohn<\/span> ist die Verg\u00fctung f\u00fcr die Bergung; er kann \u2013 unabh\u00e4ngig vom tats\u00e4chlichen Aufwand \u2013 bis zu einem Drittel des Wertes von Schiff oder Ladung betragen. Den Bergelohn erh\u00e4lt zu zwei Dritteln der Reeder des Bergers und zu je einem Sechstel dessen Kapit\u00e4n und die Besatzung. <\/p>\n<h6 style=\"text-align: left\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"color: #999999; font-size: 12px; font-weight: normal\">Hilfeleistung <\/span><\/h6>\n<p style=\"text-align: left\">Hat die Besatzung ihr Schiff nicht aufgegeben und hat sie auch nicht die Verf\u00fcgungsgewalt dar\u00fcber verloren, so kann sie Hilfeleistung in Anspruch nehmen. Deren Kosten bemessen sich nach dem Aufwand und liegen im \u00fcblichen Rahmen. <\/p>\n<h6 style=\"text-align: left\"><span style=\"color: #999999; font-size: 12px; font-weight: normal\" class=\"Apple-style-span\">Richtiges Verhalten <\/span><\/h6>\n<p style=\"text-align: left\">Wenn Sie nicht wirklich in Not sind, so stellen Sie von Anfang an vor Zeugen klar, dass keine Bergung (engl.: salvage) vorliegt, sondern Hilfeleistung (engl.: assistance) gew\u00fcnscht wird. Lassen Sie keine fremden Personen an Bord. Behalten Sie das Kommando \u00fcber ihr Schiff. Tragen Sie mit Ihrer eigenen Crew so viel bei wie m\u00f6glich und setzen Sie auch die eigene Ausr\u00fcstung ein. Machen Sie Notizen oder Aufzeichnungen \u00fcber die Gespr\u00e4che mit Anderen. Verfassen Sie einen eigenen Havariebericht. Bewahren Sie Seekarten- und Logbuchaufzeichnungen als Beweismaterial auf. Wenn Sie auf fremde Hilfe angewiesen sind, um einen gr\u00f6\u00dferen Schaden zu vermeiden, so vereinbaren Sie &#8222;Lloyd&#8217;s Open Form&#8220; und &#8222;No cure &#8211; no pay&#8220; (ohne Erfolg keine Zahlung). Machen Sie in keinem Fall Angaben \u00fcber den Wert Ihres Schiffes und kontaktieren Sie umgehend Ihren Versicherer. <\/p>\n<h6 style=\"text-align: left\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"color: #999999; font-size: 12px; font-weight: normal\">Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbr\u00fcchiger (DGzRS) <\/span><\/h6>\n<p style=\"text-align: left\">Nehmen Sie am besten nur die Hilfe der <a href=\"http:\/\/dgzrs.de\/\" title=\"DGzRS\" target=\"_blank\">Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbr\u00fcchiger<\/a> (DGzRS) in Anspruch. Hier werden Sie nicht betrogen. Auch die allermeisten Freizeitkapit\u00e4ne sind ehrlich. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein enges Fahrwasser, gleich dahinter ein Flach, eine kleine Unaufmerksamkeit \u2013 und schon ist es passiert: Man sitzt auf Grund. Kein gro\u00dfes Thema, die n\u00e4chste Yacht mit starker Maschine zieht das Boot wieder in tiefes Wasser. 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