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Archiv der Kategorie ‘Allgemein‘

Kleine Änderungen beim Erwerb von Sportbootführerscheinen

Freitag, den 15. Februar 2013

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) hat Bestimmungen zum Erwerb von Sportbootführerscheinen neu geregelt.

Sportbootführerschein ohne Prüfung

In Deutschland eigentlich unvorstellbar, aber Fakt: Es gibt einen Sportbootführerschein ohne Prüfung. Wer den Sportbootführerschein See besitzt und auch den Sportbootführerschein Binnen für die Antriebsart Segeln (oder einen ganz alten A-Schein des DSV), kann den Sportbootführerschein Binnen für die Antriebsart Motor ohne Prüfung bekommen. Antrag beim DSV in Hamburg genügt.

Sportbootführerschein Binnen für die Antriebsart Segeln

Wer (noch keine 16 Jahre alt ist und) den Sportbootführerschein Binnen nur für die Antriebsart Segeln erwerben möchte, muss 43 Fragen aus dem amtlichen Fragenkatalog nicht lernen. Nicht abgefragt werden die Fragen Nr.: 40 – 59, 73 – 75, 78, 79, 82 – 87, 197, 221 – 230, 236 und 253. Diese Fragen kommen in keinem Fragebogen vor. Natürlich ist dies auch im Online-Kurs berücksichtigt.

Folgefehler bei der Kartenaufgabe zum Sportbootführerschein See

Ein Fehler in der Kartenaufgabe kann Folgefehler nach sich ziehen. Wer bisher Folgefehler machte, also von einem falschen Zwischenergebnis richtig weiterarbeitete und daher auch die folgenden Fragen falsch beantwortete, bekam auch dafür keine Punkte. Da bei der Kartenaufgabe nur zwei Fehler geduldet werden – ab drei Fehlern ist man durchgefallen –, bedeutete ein einziger Fehler manchmal schon das Aus in der Prüfung. Das ist jetzt anders. Das BMVBS hat eine Anweisung erlassen, dass Folgefehler nicht mehr als Fehler bewertet werden dürfen, wenn sie allein auf einem vorangehenden Fehler beruhen. Die Prüfer müssen also mit den falschen Daten weiterrechnen, wenn eine Frage falsch beantwortet wurde.

12 Monate Zeit für Wiederholungsprüfung

Wer eine Teilprüfung (Theorie oder Praxis) beim Erwerb eines Sportbootführerscheins See nicht bestanden hatte, hatte bislang 6 Monate Zeit, um die Teilprüfung zu wiederholen. Denn nach 6 Monaten verfiel auch die bestandene Teilprüfung; dann musste die komplette Prüfung wiederholt werden. Das wurde nun geändert. Jetzt hat man 12 Monate Zeit, um die bestandene Teilprüfung zu wiederholen. Beim Sportbootführerschein See verfällt eine bestandene Teilprüfung jetzt erst nach 12 Monaten, genau wie bei Sportbootführerschein Binnen, wo die 12-Monatsfrist schon immer galt.

Ärztliches Zeugnis

Wer sich zur Prüfung für einen Sportbootführerschein anmeldet, muss u. a. ein ärztliches Zeugnis auf einem speziellen Formular vorlegen. Bei der Untersuchung müssen auch die Sehschärfe und das Farbunterscheidungsvermögen bestimmt werden. Dies darf jetzt auch ein Augenoptiker, genauer gesagt eine amtlich anerkannte Sehteststelle, machen. Die übrigen Untersuchungen müssen aber von einem Arzt vorgenommen werden.

Beim Sportbootführerschein See entscheidet nur noch ein Prüfer über das Ergebnis der praktischen Prüfung

Die praktische Prüfung an Bord wurde auch schon früher nur von einem Prüfer durchgeführt. Doch nun darf dieser Prüfer selbst die abschließende Bewertung der praktischen Prüfung vornehmen. Er teilt sein Ergebnis dem Prüfungsausschuss mit. Die Knoten können im Rahmen der praktischen Prüfung auch von einem anderen Prüfer der Prüfungskommission geprüft werden.

Beim Sportbootführerschein Binnen muss die gesamte Prüfungskommission über das Ergebnis der praktischen Prüfung entscheiden. Sie schließt sich dabei in aller Regel dem Urteil des Prüfers, der die praktische Prüfung durchgeführt hat, an.

Prüfungsboot mit über 15 PS Nutzleistung

Ab 2014 sollen für praktische Prüfungen nur noch Motorboote mit einer Nutzleistung von über 15 PS zugelassen werden. Im Übrigen gelten die alten Anforderungen an die Prüfungsboote weiter.

Klarstellung

Sportboote mit bis zu 15 PS dürfen führerscheinfrei geführt werden, wenn der Bootsführer mindestens 16 Jahre alt ist. Jugendliche und Kinder unter 16 Jahren dürfen Sportboote mit bis zu 5 PS führerscheinfrei führen – aber nur auf Seeschifffahrtsstraßen. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen auf Binnenschifffahrtsstraßen motorisierte Boote überhaupt nicht fahren, weder unter Aufsicht noch alleine. Grund ist § 1.09 der BinSchStrO. Danach muss der Rudergänger mindestens 16 Jahre alt sein. Wer auf Binnenschifffahrtsstraßen ein Sportboot steuern möchte – sei es ein führerscheinpflichtiges Sportboot unter Aufsicht eines Sportbootführerscheininhabers oder ein führerscheinfreies Sportboot alleine – muss mindestens 16 Jahre alt sein. Die Betonung liegt hier auf Binnenschifffahrtstraßen, denn dies gilt nicht für die Seeschifffahrtsstraßen. In der SeeSchStrO gibt es keine vergleichbare Vorschrift. Das ist nicht neu, das galt schon immer: Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen nur an der Küste Boote bis 5 PS führerscheinfrei fahren, aber nicht im Binnenland. Verantwortlich für die Kinder bleiben natürlich die Eltern; sie müssen ihre Aufsichtspflicht erfüllen.

Neuer Rekord beim Sportbootführerschein See

Donnerstag, den 14. Februar 2013

Im Jahr 2012 wurden über 35.000 Sportbootführerscheine See ausgestellt. Das ist ein neuer Rekord. So viele Fahrerlaubnisse für Seschifffahrtsstraßen wurden noch niemals zuvor in einem Jahr erteilt. Beim Sportbootführerschein Binnen waren die Zahlen noch höher: über 40.000 Sportbootführerscheine Binnen. Das sind zusammen über 75.000 ausgestellte Sportbootführerscheine in einem Jahr. Ein nennenswerter Anteil hatte sich allein mit unserem Online-Kurs auf die Prüfung vorbereitet.

Neue Prüfung doch einfacher

Donnerstag, den 26. April 2012

Zum 1.5.2012 erfolgt eine der größten Reformen in der über 40-jährigen Geschichte der deutschen Sportbootführerscheine – die Umstellung auf Multiple Choice Fragen (Antworten zum Ankreuzen) bei den beiden Sportbootführerscheinen See und Binnen. Diese Reform war durch eine politische Vorgabe erzwungen worden. Die Fachleute aus dem Verkehrsministerium, aus der Schifffahrtsverwaltung und den Wassersportverbänden hatten sich lange dagegen gewehrt, weil sie das Ausbildungsniveau und damit die Sicherheit auf dem Wasser bedroht sahen. Daher wurde die Reform so umgesetzt, dass die Anforderungen an die neue Führerscheinprüfung nicht gesenkt, sondern erhöht wurden. Der Navigationsteil wurde erheblich erweitert und die Ankreuz-Antworten so gestaltet, dass die richtige Antwort nicht einfach zu erkennen ist.

Die Sportbootführerschein-Prüfungen müssen einfacher werden

Das hat mir keine Ruhe gelassen. Ich habe mir lange und intensiv überlegt, wie ich meine Kursteilnehmer so auf die Prüfung vorbereiten kann, dass sie sicher bestehen und der Lernaufwand nicht größer wird. Und ich hatte Erfolg.

Die Navigation wird so vermittelt, dass sogar eine 80-jährige Oma klarkommt

Für den Sportbootführerschein See habe ich den Navigationsunterricht genau auf die neuen Anforderungen angepasst. Dabei ist sichergestellt, dass jeder Kursteilnehmer auch ohne Vorkenntnisse alles auf Anhieb versteht. Und das Beste: Die Lösung für jede Prüfungsaufgabe wird Schritt für Schritt vorgeführt – das Tempo bestimmt der Kursteilnehmer. Wer alle 15 Navigationsaufgaben zwei oder drei Mal einübt, braucht am Ende nicht mehr als 15 Minuten. In der Prüfung stehen 60 Minuten Zeit zur Verfügung, also ausreichend Zeit, um auch noch die Antworten auf die 30 Fragen anzukreuzen.

Den Ankreuz-Antworten ist der Schrecken genommen

Damit niemand in der Prüfung 30 Fragen und 120 Antworten lesen muss, habe ich mir einen Trick ausgedacht. Ich habe für jede Frage und die zugehörige richtige Antwort eindeutige Begriffspaare gebildet. Ein Beispiel: Wenn in der Frage die Worte Schilf- und Röhricht vorkommen, muss in der richtigen Antwort Brut- und Rastplätze stehen. Kommt in der Frage Ladekontrolllampe vor, so ist die Antwort mit dem Wort Lichtmaschine richtig; zu Fahrzeugführer gehört muss bestimmt werden.

Die Prüfungsfragen sind schnell gelernt

Diese Begriffspaare sind schnell gelernt, noch viel schneller als das Einüben der alten Kurzantworten (was ja auch schon schnell ging). Und dann kommt der Aha-Effekt: Wer sich danach die Fragen mit allen vier Antworten vorlegen lässt, ist überrascht, wie schnell die richtige Antwort erkannt wird – auch wenn die Reihenfolge der Antworten sich immer wieder ändert. So kann man sich perfekt vorbereiten, weil ja auch in der Prüfung die Antworten in einer unbekannten Reihenfolge vorgelegt werden.

Fragen lernen ohne Unterricht

Natürlich sollte niemand nur die Fragen auswendig lernen. Um sein Boot sicher in den Hafen zu bringen, muss man schon ein wenig wissen. Wer will schon der Depp an Bord sein! Aber möglich wäre es, einfach nur die Fragen zu lernen. Denn bei einer falschen Antwort wird nicht nur angezeigt, dass die Antwort falsch ist, sondern auch warum. Diese Erklärungen helfen, den Stoff besser zu behalten.

Als Erster die Prüfung beenden

Immer wieder berichten Online-Kursteilnehmer, dass sie als Erste den Fragebogen abgegeben haben und ihren Sportbootführerschein schon in der Hand hielten, während Andere noch mit rotem Kopf über ihrem Fragebogen saßen. Das wird auch zukünftig passieren. Wer die Navigationsaufgaben wie beschrieben eingeübt und die Begriffspaare gelernt hat, wird auch jeden neuen Prüfungsfragebogen in der gleichen Zeit beantworten können – und dabei noch weniger Zeit für die Vorbereitung benötigen. Es gibt keinen Grund mehr, mit den neuen Bedingungen zu hadern, im Gegenteil …

Alles wird gut!

Nachtrag am 5.5.12: Inzwischen liegt auch ein Bericht eines Online-Kursteilnehmers vor, der die Prüfung nach der neuen Fassung abgelegt hat. Klicken Sie bitte hier, um den Bericht zu lesen.

Reform bei Sportbootführerschein-Prüfungen verabschiedet

Freitag, den 27. Januar 2012

Der Deutsche Bundestag hat am 26.1.2012 beschlossen, dass die Grenze, ab der eine Führerscheinpflicht für Sportboote gilt, von 3,68 kW (5 PS) auf 11,4 kW (15 PS) erhöht wird. Wann die Regierung diesen Beschluss umsetzt, ist noch nicht bekannt. Zugleich begrüßt der Bundestag die von der Regierung angekündigte Reform der Sportbootführerscheinprüfungen. Damit steht fest, dass diese Reform am 1.5.2012 in Kraft tritt.

Sportbootführerschein – Prüfung per Multiple Choice

Die größte Änderung ist, dass zukünftig 4 Antworten zur Auswahl gestellt werden, von denen eine anzukreuzen ist. Die theoretische Prüfung besteht wie bisher aus zwei Teilen, Fragebogen und Navigationsaufgabe. Im Fragebogen müssen wie bisher 30 Fragen beantwortet werden, in der Navigation müssen zukünftig 9 (statt bisher 3) Aufgaben gelöst werden. Neu ist, dass die beiden Teile getrennt bewertet werden. Die Prüfung ist bestanden, wenn in jedem der beiden Teile mindestens 80% richtig sind, also 24 Fragen und 7 Navigationsaufgaben. Die Bearbeitungszeit für beide Teile beträgt 60 Minuten (bisher 75 Minuten).

Sportbootführerschein – die Navigation wird schwerer

Nicht nur der Umfang der Navigationsprüfung nimmt zu, auch der Schwierigkeitsgrad der einzelnen Aufgaben. Was bisher auf zwei Aufgaben verteilt war, wird zukünftig in einer Aufgabe zusammengefasst. Zudem kommen auch ganz neue Navigationsaufgaben auf den Bewerber zu. Derzeit dauert die Bearbeitung der 3 Navigationsaufgaben in der Prüfung etwa 5 Minuten. Zukünftig wird man dafür 20 bis 30 Minuten brauchen. Natürlich nimmt auch die Vorbereitungszeit entsprechend zu.

Sportbootführerschein – Zeitdruck in der Prüfung

Die 30 Fragen müssen also in 30 bis 40 Minuten beantwortet werden. Das kann knapp werden. Denn es gibt keine unsinnigen Antworten. Im Gegenteil, nicht selten sind auch die falschen Antworten richtig – aber bei einer anderen Frage. Manchmal unterscheiden sich die falschen Antworten von der richtigen nur durch ein oder zwei Worte. Da viele Antworttexte mehrere Zeilen lang sind, müssen die Antworten dann Wort für Wort miteinander verglichen werden. Die Fragen und Antworten sind häufig im besten Amtsdeutsch verfasst und mit Fachbegriffen aus der Schifffahrt gespickt. Die neue Prüfung verlangt eine erhebliche Konzentration. 30 Fragen und 120 Antworten müssen gelesen, verstanden und beurteilt werden. Ein Jurist hat das gelernt. Wer sonst nur Zeitungen mit dicken Überschriften liest, kann schwindelig werden.

Praktische Prüfung wird erlassen

Wie bisher werden Inhaber des Sportbootführerscheins See von der praktischen Prüfung befreit, wenn sie den Sportbootführerschein Binnen für Motorboote erwerben. Das gilt nicht für die umgekehrte Reihenfolge. Zudem ist nur ein verkürzter Fragebogen auszufüllen.

Übergangsregelung

Bis zum 30.4.2012 wird die Prüfung nach der alten Form abgenommen. Wer das nicht schafft und sich vor dem 1.5.2012 zur Prüfung anmeldet, kann noch bis zum 31.7.12 auf Antrag nach alter Fassung geprüft werden. Auch wer eine vor dem 1.5.12 abgelegte Prüfung wiederholen muss, kann dies nach den alten Bedingungen machen. Wiederholungsprüfungen können bis zum 31.10.12 nach den alten Bedingungen abgelegt werden.

Neue Online-Kurse

Der Online-Kurs für den Sportbootführerschein See wird voraussichtlich im März auf Multiple Choice umgestellt sein und steht dann allen Online-Kursteilnehmern zur Verfügung. Dann kann sich jeder sein eigenes Urteil bilden und frei entscheiden, welche Fassung gewählt wird. Mit einem Abschluss der Arbeiten für den Sportbootführerschein Binnen ist im Mai zu rechnen.

Multiple Choice Funkprüfungen ab 1.10.11

Donnerstag, den 17. Februar 2011

Das Bundesverkehrsministerium gibt bekannt, dass die Multiple-Choice-Fragen bei Funkprüfungen nicht wie geplant am 1.4.11, sondern erst am 1.10.11 eingeführt werden sollen. Neu ist weiterhin, dass dann auch die UBI-Prüfungen mit Multiple Choice ablaufen sollen. Wer die Zulassung zur Prüfung vor dem 30.9.11 beantragt, kann auch nach dem 1.10.11 noch nach alter Fassung geprüft werden. Das gilt auch für Durchfaller, die eine Prüfung wiederholen müssen.

Außenborder, Innenborder, Z-Antrieb – Vor- und Nachteile

Mittwoch, den 17. November 2010

Eine große Motoryacht wird nicht von einem Außenborder angetrieben, ein Wasserskiboot nicht von einem Diesel. Natürlich bestimmt der Bootstyp den Motor. Aber dennoch wollen wir einmal fragen, was die Vor- und Nachteile der klassischen Bootsmotoren sind.

Außenborder

Motorboote mit Außenborder sind leicht zu manövrieren; sie zeichnen sich durch ein neutrales Fahrverhalten aus. Außenborder werden in allen Leistungsklassen angeboten. Außenborder sind kompakt, leicht und beanspruchen keinen Raum an Bord. Der Propeller lässt sich schnell und problemlos auswechseln. Motor und Antrieb sind gut zugänglich und kostengünstig zu warten. Boote mit Außenborder brauchen kein Ruderblatt; mit dem Steuerrad dreht man den ganzen Motor. Außenborder bis 15 PS sind tragbar – sie werden daher auch manchmal gestohlen. Nachteilig ist auch, dass Außenborder der Witterung ausgesetzt sind. Zwar bietet das Gehäuse einen gewissen Schutz, aber Gehäuse aus einer Aluminium-Legierung neigen zur Korrosion.

Innenborder

Einbaumaschinen sind zumeist weniger kompakt gebaut. Einfachere Technik und preisgünstige Ersatzteile zeichnen den Innenborder aus. Daher nimmt ein Innenborder auch viel Platz an Bord ein. Der Motor liegt mitten im Schiff; auch bei langsamer Fahrt hängt das Heck nicht tief im Wasser. Innenborder haben eine starre, schräg nach unten gerichtete Welle. Die Antriebskraft wird also nicht nur nach vorne gelenkt, sondern auch ein wenig nach oben. Ein Innenborder ist daher weniger effizient als ein Außenborder oder Z-Antrieb. Auch kann der Propeller unter dem Rumpf Radeffekt erzeugen. Dieser seitliche Propellerschub zieht – vor allem bei Rückwärtsfahrt – das Heck stets zu einer Seite. Das kann die Achterausfahrt erschweren, aber Anlege- und Wendemanöver deutlich erleichtern. Wenn eine im Wasser treibende Leine oder ein Stück Fischernetz überfahren wird, so wickelt es sich sofort um die Welle und macht das Boot manövrierunfähig. Bei einem Außenborder oder Z-Antrieb kann das Netz auf See wieder herausgeschnitten werden; das ist bei einem Innenborder nicht möglich. Hier muss ein Taucher ran oder das Boot muss aus dem Wasser geholt werden. Das gilt auch, wenn der Propeller gewechselt werden muss. Natürlich kann bei einem Innenborder nicht auf ein Ruderblatt verzichtet werden. Dennoch haben alle größeren Schiffe Innenborder. Bei mehr als 300 PS Maschinenleistung sind die an der Schraube entstehenden Kräfte so groß, dass sie über eine starre Welle direkt auf das Motorenfundament geleitet werden müssen. Der Antrieb eines Außenborders oder Z-Antriebs kann diese Kräfte nicht aufnehmen.

Z-Antrieb

Bei Z-Antrieben sitzt der Motor im Achterschiff vor dem Spiegel. Über ihm befindet sich häufig eine Liegefläche. Die Motoren sind kompakt gebaut und nehmen weniger Platz ein als Innenborder. Das verlangt eine komplexe Technik; die ist Wartung aufwändiger. Die Welle wird waagerecht aus dem Motor geführt und in Z-Form zum Propeller geleitet – eine Konstruktion, die nur bis etwa 300 PS eingesetzt werden kann und dem Antrieb seinen Namen gibt. Z-Antriebe besitzen wie Außenborder ein neutrales Manövrierverhalten. Der Antrieb lässt sich hochschwenken. So kann der Propeller einfach gewechselt werden. Auch wenn mal ein Stück Leine oder Fischernetz überfahren wird, bleibt man nicht lange manövrierunfähig.

Jet-Antrieb

Der eher exotische Wasserstrahl-Antrieb eignet sich kaum für Sportboote. Im Online-Kurs wird der Jet-Antrieb ausführlich besprochen. Dort wird auch erklärt, was beim Fahren mit Jet-Antrieb zu beachten ist.

Wie funktioniert eine Schleuse?

Freitag, den 12. November 2010

Wer in der Binnenfahrt oder in Gezeitenrevieren unterwegs ist, wird gelegentlich schleusen müssen. Wie funktioniert eigentlich eine Schleuse?

Eine Schleuse ist eine Kammer mit zwei Toren. Das Obertor führt zum Oberwasser und das Untertor zum Unterwasser. Beide Tore können wasserdicht verschlossen werden. Zudem gibt es unter beiden Toren (oder in den Seitenwänden) kleinere Öffnungen, die durch Schieber geöffnet werden, sodass Wasser kontrolliert in die Kammer hinein- oder aus der Kammer herausfließen kann.

Zu Berg schleusen

Angenommen, ein Schiff will zu Berg, also aufwärts, geschleust werden. Vom Unterwasser kommend läuft es durch das geöffnete Untertor in die Schleusenkammer ein. Das Obertor ist geschlossen. Hinter dem Schiff schließt sich jetzt auch das Untertor. Dann werden die Schieber unter dem Obertor geöffnet. Dadurch strömt Oberwasser von unten in die Schleuse ein. So steigt der Wasserstand in der Schleusenkammer an. Mit dem steigenden Wasserstand wird auch das Schiff angehoben – ohne Einsatz von Energie, allein durch den Druck des Oberwassers –, so lange bis der Wasserstand in der Schleusenkammer das Niveau des Oberwassers erreicht hat. Dann öffnet sich das Obertor und das Schiff kann die Schleuse verlassen.

Zu Tal schleusen

Um zu Tal, also abwärts, zu schleusen, läuft das Schiff vom Oberwasser durch das offene Obertor in die Schleusenkammer ein. Hinter dem Schiff schließt sich das Obertor. Dann werden die Schieber unter dem Untertor geöffnet, sodass das Wasser aus der Schleusenkammer in das Unterwasser abfließt. Der Wasserstand in der Schleusenkammer sinkt nun langsam abwärts und mit ihm sinkt auch das Schiff nach unten – so lange bis der Wasserstand in der Schleusenkammer das Niveau des Unterwassers erreicht hat. Schließlich öffnet sich das Untertor und das Schiff kann aus der Schleusenkammer in das Unterwasser laufen.

Drempel am Obertor

Wichtig zu wissen: An der Schwelle des Obertors liegt in der Schleusenkammer der so genannte Drempel, ein Mauervorsprung, der in die Schleusenkammer hineinragt. Der Drempel ist in Deutschland durch gelbe Streifen an der Kammerwand markiert. Das Schiff muss also so weit in die Schleusenkammer einlaufen, dass kein Teil über die gelbe Farbmarkierung hinausragt. Andernfalls würde es beim Abwärtsschleusen aufsitzen.

Festmacheleinen an den Wasserstand anpassen

Selbstverständlich müssen die Festmacheleinen an den Wasserstand angepasst werden. Das ist doch klar, wird aber manchmal vergessen. Wenn beim Abwärtsschleusen plötzlich das eigene Boot oben bleibt, während die anderen Boote abwärts sinken, können schwere Unfälle passieren. Hängt das Boot erst einmal in seinen Festmacheleinen, so lassen sie sich nicht in jedem Fall noch gefahrlos lösen. Dann ist umgehend Alarm zu geben, damit die Schieber geschlossen werden und das Ablassen des Wassers gestoppt wird. Kommando zurück – in die Schleuse läuft nun wieder Wasser ein, der Wasserstand steigt, bis das hängende Boot aufschwimmt und seine Leinen gelöst werden können.

Weitere Wetterrekorde in Deutschland

Dienstag, den 9. November 2010

Nach den Windrekorden nun zur Sonne. Deutschlands sonnigster Ort liegt an der Ostsee: Kap Arkona auf Rügen. Im Juli 1994 schien dort die Sonne 403 Stunden, also durchschnittlich 13 Stunden pro Tag. Das hat davor (und danach) kein anderer Ort in Deutschland geschafft. Für einen sonnenreichen Urlaub in Deutschland empfiehlt sich also die Ostsee. Vor allem braucht man dort nicht mit Schnee zu rechnen, wie am 2.6.1962 in Kempten (4 cm) und Oberstdorf (6 cm). Auch beim Nebel kann die Ostsee nicht mithalten. Diesen Rekord hält Neuhaus/Rennweg im Thüringer Wald, wo vom 7.5.1996 bis zum 17.5.1996 ununterbrochen Nebel herrschte – 242 Stunden nonstop. Die meisten Nebeltage pro Jahr meldet der Brocken (Harz, 1142 m über NN): 330 Nebeltage im Jahr 1958. Dann doch lieber 40,2 °C in Freiburg und Karlsruhe am 13.8.2003. 2003 war – über ganz Deutschland gemittelt – mit 19,7 °C auch der wärmste Sommer in Deutschland – bisher. Alle Angaben stammen vom Deutschen Wetterdienst DWD.

Multiple Choice bei Sportbootführerscheinen nicht vor 1.1.2012

Freitag, den 5. November 2010

Wie am Rande der Hamburger Bootsausstellung Hanseboot inoffiziell bekannt wurde, sollen die Vorbereitungen für die Multiple-Choice-Reform der Sportbootführerschein-Prüfungen weitgehend abgeschlossen sein. Dennoch soll die Reform angeblich nicht vor dem 1.1.2012 in Kraft treten. Hintergrund seien Personalengpässe im BMVBS (Bundesverkehrsministerium); die zuständige Sachbearbeiterin soll im Mutterschaftsurlaub sein. Offiziell gibt die Bürgerinfo des BMVBS immer noch den 1.1.2011 heraus, doch dieser Termin ist nicht mehr zu halten.

Windrekord in Deutschland

Donnerstag, den 4. November 2010

In diesen Tagen rauschen wieder Orkantiefs über die Nordsee. Daher möchte ich einmal fragen, was eigentlich die höchste jemals in Deutschland registrierte Windgeschwindigkeit ist. Das weiß der Deutsche Wetterdienst. Am 3.12.1999 wurde auf Sylt in einer Böe 51 m/s (= 184 km/h) gemessen. Das sind fast 100 Knoten Wind, ab 63 kn herrscht Windstärke 12 Beaufort.

Eine Kleinigkeit wird bei solchen Zahlen leicht übersehen. Um von der Windgeschwindigkeit auf die Windstärke schließen zu können, muss die Messung in genau 10 m Höhe durchgeführt und über 10 Minuten gemittelt werden. Viele Segler blicken in einer Böe auf ihren Windmesser, beachten in dem Moment aber nicht, dass der Mast zumeist höher als 10 m ist, dass sich der Mast (manchmal sehr heftig) bewegt und selbst auf dem Masttopp starke Verwirbelungen durch die Segel auftreten. Regattayachten setzen daher Anemometer (Windmesser) ein, die auf einer extra hohen, nach vorne geschwungen Stange befestigt sind. Das reduziert zwar die Verwirbelungen, auch die Eigenbewegung des Schiffes lässt sich mit Drücken der Taste “True” ausschließen, aber der Mast ist natürlich höher als 10 m.

Windmessungen auf Bergen sind für Wassersportler uninteressant – natürlich weht der Höhenwind stärker. Dennoch hätte man am 12.6.1985 auf der Zugspitze besser keine Bergwanderung gemacht. 335 km/h wurden dort gemessen.

Segler und Motorbootfahrer

Montag, den 1. November 2010

“Segler sind in der Regel schwul und haben ein Alkoholproblem. Nüchtern hält man es auf den meisten Jollen nicht aus. Mit einem Segelboot beeindrucken Sie auch keine Weiber. Die meisten Segler sind entweder mit Herrenrunden oder mit Familien besetzt. Akademiker segeln gern. Familien, die mit ihren Kindern vor dem Abendbrot beten, auch. Was man den Seglern im Allgemeinen lassen muss, ist ihr nautisches Wissen. Segler können Seekarten lesen und sämtliche Knoten. Sie beherrschen auch die Wetterkunde. Motorbootfahrer hingegen kümmern sich nicht mal ansatzweise ums Wetter, kennen Seekarten nur originalverpackt und nehmen Knoten nur auf dem Papier wichtig. Motorbootfahrer sind die Coolen. Wie Harley-Davidsen-Fahrer in T-Shirt und ohne Helm. Ein Segler fährt eine BMW Enduro mit Sympatex-Jacke, Landkarte auf dem Tank und Helm. Auch zum Brötchenholen bei Sonnenschein.”

Aus dem soeben erschienenen Roman Boatpeople meines ehemaligen Kursteilnehmers Jens Westerbeck.

Galileo – die never ending story

Mittwoch, den 27. Oktober 2010

Das europäische Projekt Galileo ist eine schwierige Geburt. Die EU-Verkehrsministerkonferenz hatte am 26.2.2002 endlich den Aufbau eines europäischen Satelliten-Navigationssystems beschlossen. Auch China und Russland bauen ähnliche Satellitensysteme auf, um nicht von GPS und den USA abhängig zu sein.

Höhere Kosten, spätere Fertigstellung

Doch die geplanten Kosten mussten mehrmals nach oben korrigiert und der Starttermin nach hinten verschoben werden. So wurde vor drei Wochen berichtet, dass die Bundesregierung den Haushaltsausschuss des Bundestages darüber informiert hat, dass weitere Mittel von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro aufgebracht müssen und sich der Betriebsbeginn auf 2017 verschieben wird. Die ersten der insgesamt 30 Satelliten sollen 2011 ins All geschossen werden, im Oktober 2014 soll ein Testbetrieb auf Basis von 14 Satelliten starten.

Spaceopal steuert die Satelliten

Spaceopal, eine Tochter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR und der italienischen Telespazio, soll über ihre Kontrollzentren in Oberpfaffenhofen und Rom die Satelliten steuern. Der Vertrag wurde am 25.10.10 unterzeichnet. Unterstützt wird Spaceopal dabei von der Deutschen Telekom. Das Bremer Unternehmen OHB baut die ersten 14 Satelliten. Deutschland bezahlt mit gut 20 Prozent schließlich den größten Teil des Navigationsprojekts.

Elektronische Seekarten

Dienstag, den 26. Oktober 2010

Die Briten sind die ersten. Sie haben jetzt angekündigt, dass künftig keine Papierseekarten mehr herausgegeben werden. Einzige Ausnahme: Sportbootkarten für die britischen Gewässer. Auf Papier gedruckt werden in England nur noch Sportbootkarten. Die klassischen Papierseekarten sterben aus, nicht nur in England.

Hintergrund

2009 hatte die IMO, die Seeschifffahrtsorganisation der UN, beschlossen, dass Schiffe ab 2012 mit elektronischen Seekarten (ENC) ausgerüstet sein müssen. Dabei bedeutet ENC (Electronic Navigational Chart), dass die Karten dem S-57-Standard entsprechen und in ECDIS-Anlagen eingesetzt werden können (ECDIS = Electronic Chart Display and Information Sys­tem). Nur solche elektronischen Seekarten können Papierseekarten ersetzen. Doch ECDIS-Anlagen oder andere geeignete ENC-Lesegeräte sind für die Sportschifffahrt nicht verfügbar.

Rechtliche Vorschriften für die Sportschifffahrt

Sportboote müssen weiterhin mit Papierseekarten navigieren. Natürlich ist der Einsatz eines Kartenplotters oder Laptops nicht verboten. Doch solche Geräte dürfen nur ergänzend zu Papierseekarten benutzt werden. Insbesondere befreien sie ein Sportboot nicht von der Pflicht, auf den neuesten Stand berichtigte Papierseekarten mitzuführen.

Die Situation in Deutschland

Das BSH ist die in Deutschland für Seekarten zuständige Behörde. Schon 2009 hatte auch das BSH mehr elektronische Karten als Papierseekarten abgesetzt. Auch das BSH folgt dem weltweiten Trend, Seekarten nur noch für die eigenen Gewässer herauszugeben. Die Seekarten für die Küstenmeere anderer Staaten werden langsam eingestellt. Den Anfang machten – ebenfalls im Jahr 2009 – die amtlichen deutschen Sportbootkarten für das Mittelmeer.

Reisen in fremden Gewässern

Wer fremde Gewässer mit einem Sportboot befahren möchte, muss entweder auf die Seekarten des jeweiligen Landes umsteigen. Eine solche Umstellung ist für einen unerfahrenen Navigator gar nicht so einfach. Oder es werden Delius Klasing Sportbootkarten eingesetzt. Sie basieren auf den amtlichen Vermessungsdaten und sind daher genauso zuverlässig wie amtliche Seekarten, aber wesentlich übersichtlicher, weil nur die für die Sportschifffahrt relevanten Informationen dargestellt werden. Delius Klasing Sportbootkarten gibt es nicht nur für die deutschen Seegewässer, sondern auch für Dänemark, Schweden, Polen, Litauen, Kroatien und Spanien (Balearen) – und zwar mit einheitlichem Kartenbild, auf Papier und als elektronische Seekarten auf CD.

Multiple Choice Prüfungen, britische Seefunkzeugnisse

Montag, den 11. Mai 2009

Am Rande der Düsseldorfer Bootsausstellung im Januar 2009 hatte Bundesverkehrsminister Tiefensee angekündigt, dass die Prüfungsfragen in Sportbootführerschein-Prüfungen vom Jahr 2010 an per Multiple Choice beantwortet werden sollen (mehr dazu hier >>). Inzwischen wurde bekannt, dass vor Ende 2010 keine Multiple Choice Antworten für Sportbootführerschein-Prüfungen fertiggestellt sein können. Mit einer Einführung wird daher auch nicht vor 2011 gerechnet.

Multiple Choice Funkprüfungen voraussichtlich ab 2010

Gleichzeitig wurde bekannt, dass noch im ersten Halbjahr 2009 neue Fragenkataloge für die Funkzeugnisse veröffentlicht werden sollen, die ebenfalls Multiple Choice Antworten enthalten. Mit den ersten Prüfungen nach dem Multiple Choice Verfahren wird aber erst im kommenden Jahr gerechnet.

Ergänzungsprüfung für Inhaber eines britischen Seefunkzeugnisses

Weiterhin wurde beschlossen, dass Inhaber eines britischen Seefunkzeugnisses der RYA eine Ergänzungsprüfung ablegen müssen, um ein rechtsgültiges Seefunkzeugnis zu erwerben. Mehr über britische Seefunkzeugnisse. Ab 2010 soll Skippern, die nur ein britisches Seefunkzeugnis der RYA vorlegen können, ein Bußgeld auferlegt werden.

Bootsregister und Kennzeichenpflicht vom Tisch?

Montag, den 11. Mai 2009

Anfang 2008 wurde bekannt, dass Lobbyisten der Wassersportwirtschaft den Gesetzgeber bedrängt hatten, ein Bootsregister einzuführen – mit dem Hintergedanken genaue Marktdaten zu bekommen und Produkte und Dienstleistungen gezielter absetzen zu können; siehe Blogbeitrag vom 22.1.2008. Zudem sollten die auf Binnenschifffahrtsstraßen vorgeschriebenen Kennzeichen auch auf den Seeschifffahrtsstraßen eingeführt werden.

Dieser Schuss scheint nach hinten loszugehen. Anstatt die Kennzeichenpflicht auf die Seeschifffahrtstraßen auszudehnen, ist das Bundesverkehrsministerium zu dem Ergebnis gekommen, die Kennzeichenpflicht auf den Binnenschifffahrtsstraßen abzuschaffen. Und von einem Bootsregister ist auch keine Rede mehr. Eine endgültige Entscheidung wird jedoch erst im nächsten Jahr erwartet; es sollen auch noch Stellungnahmen anderer Behörden wie der Wasserschutzpolizei eingeholt werden. Amtlich abgeschafft würde die Kennzeichenpflicht dann im Jahr 2011.